Solomon Inseln

  • yo


    War vor ca. 10 jahren auf den Sol9omon Inseln am Wracktauchen ... unglaublich. Wir waren auf einem live a board unterwegs und habe wracks tiefer als 40 meter getaucht.


    - USS Aaron Ward
    - USS Kanawha
    - USS John Penn
    - USS Atlanta


    - Japanisches Flugboot Kawanashi
    - U 1 U-Boot ( flach, um 15 meter )
    - Japanische Frachter mit Motorrad und Beiwagen


    Neuseeland U-Boot Jaeger der die U-1 versenkt hat ( Moa )


    Wollte immer mal wieder dorthin aber die politische lage war ueber viele jahre hinweg labil ... schade eigendlich ...


    Cambrian Foundation 1998 Solomon Inseln Expedition
    Ein Erlebnis Bericht von Andreas W. Matthes - Matten-


    Während der vielen Wochen der Vorbereitung für diese so lange erwartete Reise in den Suedpazifik sind mir einige Bilder in den Sinn gekommen. Alte schwarz / weiß Bilder von Männern die durch dichten Urwald stolpern, Dutzende alter Flugzeuge in der Luft und Flotten schlanker Schiffe die durch ein ruhiges Meer kreuzen. Nur wenig kann ich mir vorstellen die härte durch die diese Männer gegangen sind und was sie durchgemacht haben um am ende der Welt zu kämpfen, in einem Land der 1000 Inseln, verloren in der Zeit. Eine der entscheidenden Auseinandersetzungen des zweiten Weltkrieges, der Kampf um Henderson Airfield auf der Insel Guadalcanal in den Solomon Inseln mit der Luftkontrolle über den Suedpazifik war die Bühne für einen der Umkehrpunkte im zweiten Weltkrieg für den sich ausdehnenden Imperialen Japanischen Einflußbereich im Südpazifik, bis zu diesem Zeitpunkt. Der Konflikt im Südpazifik, erbittert umkaempft zwischen Amerikanischen/ Alliierten Truppen und den Imperialen Japanischen Truppen.
    Die Hauptziele dieser Expedition war es der Regierung der Solomon Inseln zu helfen mit dem lokalisieren und dokumentieren von Artefakten für eine spätere Bergung und deren Ausstellung in einem Marinemuseum, Eine fortführende Dokumentation und Erforschung von Schiffen und Flugzeugen und deren langfristige Auswirkungen auf die Umwelt durch austretendes Öl und Treibstoffe, im Zusammenhang mit den Zusammenstößen vom zweiten Weltkrieg in den Jahren 1942 und 1943.


    Phase eins - 19. - 27. April 1998 Untersuchung, Dokumentation und Vermessung verschiedener Schiffe und Flugzeuge um Guadalcanal und der Tulagi Insel. Phase zwei - 29. April - 6. Mai 1998 Untersuchung, Dokumentation und Vermessung des leichten Kreuzers U.S.S. Atlanta. Phase drei - 7. Mai - 15. Mai 1998
    Erforschung, Dokumentation und Vermessung von Höhlen auf der Malaita Insel und den Nggala Inseln.


    TAUCHOPERATION UND LOGISTIK
    Alle Tauchgaenge wurden durchgeführt unter Nutzung von „ Technical Diving „ oder „ Extended Range „ Tauchtechniken, Atemgase reichten von komprimierter Atemluft über verschiedenste Nitroxgemische bis hin zum Trimix und reinem Sauerstoff. Alle Tauchgaenge wurden durchgeführt vom 27 Meter Motorschiff
    M.V. Solomon Sea das eine effektive und komfortable Taucherplatform war, plus es diente als Hauptbasis wo die Expeditionsteilnehmer untergebracht und beköstigt wurden. Für die geplante suche und Vermessung von neuen und unbekannten Wracks wurde ein Proton Manometer und mehrere Elektronische Fischfinder und Echolot Instrumente eingesetzt. Eine umfassende Video Dokumentation der untersuchten Wracks wurde durchgeführt, am ende der Expedition wurde ein umfassender Bericht an die Regierung der Solomon Inseln geliefert mit deren Unterstützung und Genehmigung die Expedition durchgeführt wurde. An Bord befanden sich fünf Laptop-Komputer mit verschiedensten Dekosoftware Programmen, Abyss, Voyager und Proplanner. Die Proplanner Dekosoftware wurde von den meisten Tauchern verwandt, dicht gefolgt von Voyager.


    Eine Dekompresionstation wurde eingesetzt und an die Abtauchleinen befestigt um den Tieftauchern etwas mehr Platz zu geben während der flachen Dekompressionstops, diese Station arbeitete sehr gut in wenig Strömung und ruhiger See. Diese Dekostation besteht aus drei Aluminiumrohren die in
    3, 6 und 9 Metern tiefe stationiert sind. Die 5 Meter langen Rohre wurden von einer Eisenkette zusammengehalten und hingen an großen Doppelbojen. An dem 9 Meter Rohr war eine Flasche, gefüllt mit EAN 40, befestigt von der aus ein langer Mitteldruckschlauch bis auf 21 Meter hinabreichte,
    Am ende dieses Schlauches waren zwei zweite Stufen an einem Metalring zu der bis auf 30 Meter hinab reichenden und mit Gewichten beschwerten Dekoleine befestigt. An der Oberfläche wurde die ganze freischwimmende Station an einem 8 Meter langes Aluminium Boot befestigt das als Unterstützungsboot diente. Auf diesem Boot war eine 50 Liter Flasche Sauerstoff untergebracht, von dieser Flasche führten mehrere Schläuche hinunter an deren enden 4 zweite Stufen angebracht waren, diese reichten bis auf eine tiefe von 6 Meter für Sauerstoffversorgung von der Oberfläche. Diese Lungenautomaten waren so angebracht das sie bis zur Oberfläche hinauf geschoben werden konnten.


    An Bord befand sich eine ‘AGA“ Vollgesichtsmaske, komplett mit Komunikationseinheit, einem Sitzgestell und einem Seil mit knoten alle 30 Zentimeter. Im fall einer In-Wasserrekompression zur Therapie von DCS waren wir gut vorbereitet und die Prozeduren wurden vor den ersten Tauchgaengen aufgefrischt. Die nächste erreichbare Dekomprssionskammer befindet sich im 3000 Kilometer entfernten Australien.
    Während der ersten Tauchphase tauchten die Teams in 15 Minuten abständen ab um einen Stau an der Dekostation zu vermeiden da an den Wracks der mittleren tiefe mehrere Teams gleichzeitig getaucht sind. Die Tauchgaenge der ersten Phase, in einer tiefe von 55-92 Metern, wurden mehrheitlich mit komprimierter Atemluft durchgeführt, jeder Taucher führte seine Dekogase in zwei Stageflaschen, EAN 40 und reinen Sauerstoff ( Sauerstoff wurde von den meisten Tauchern genutzt ) mit. Während der zweiten Tauchphase gingen wir einen schritt weiter, mit der Selbstversorgenden Dekostation und zusätzlichen multiplen Sicherheitstauchern die eingesetzt wurden um die Tieftaucher Sicherheit zu erhöhen. Großvolumige Aluminium und Stahldoppelflaschen wurden zu Tri-packeten für die Bottom-Atemgase aufgebaut, als Bottom-Gas wurde meist ein 10/60 Trimix verwand ( 10 % o2 / 60 % He ). Drei Stageflaschen stehen als Hauptset für jeden Taucher bereit Für Travelgas, Tief-Dekogas und Flach-Dekogas. Das Flach-Dekogas wurde nicht immer von den Tauchern zu den Wracks getragen, Die Sicherheitstaucher warteten mit den Flaschen an der Dekostation. Zwei extra Sets Dekogase waren zu jeder Zeit einsatzbereit auf dem kleinen Dekostationsboot. Die Aufgabe des tiefen Sicherheitstauchers war es das Tieftauchteam in der Atemgaswechseltiefe zu treffen, vom Atemgas Trimix auf Luft, normalerweise in einer tiefe von 60 Metern. Der mittlere tiefe Sicherheitstaucher stand bereit in der Atemgaswechseltiefe von 30 metern wo von Atemluft auf EAN 40 gewechselt wurde. Der flache Sicherheitstaucher traf die Tieftaucher in einer tiefe von 9 metern um sicherzustellen das das richtige flache Dekogas an die jeweiligen Taucher gegeben wurde. Die flachen Sicherheitstaucher haben auch die Versorgung mit Wasser zur rehydrierung sichergestellt, zur Energie Versorgung wurden Schokoriegel und Honig eingesetzt, gegen die lange weile National Geographic Magazine gelesen. Dieses System war aufgebaut um die Tieftaucher mit einem Sicherheitstaucher ab 60 Meter und mit mindestens zwei Sicherheitstauchern ab 30 metern tiefe aufwärts zu jeder Zeit zu versorgen. Die Sicherheitstaucher wurden nach zirka 60-90 Minuten im Wasser rotierend ausgetauscht. Ein zusätzlicher standby Sicherheitstaucher war mit einem kompletten Satz Dekogase und UKW Funkgerät auf einem schnellen Zodiak boot stationiert um eventuellen treibenden, vom Wrack abgekommenen und an einem Hebesack Dekompremierenden Tieftauchern helfend zur seite zu stehen.
    Der Helfer auf dem Dekostationsboot war auch mit einem UKW Funkgerät ausgerüstet, das Mutterschiff M.V. Solomon Sea kreiste in kurzer entfernung um den Tauchplatz herum, in ständigem Funkkontakt mit den zwei Hilfsbooten und ausschauend nach driftenden Hebesaecken.


    Zwei Aquazepps, Elektromotorbetriebene Unterwasserfortbewegungsmittel, wurden paarweise eingesetzt, ein Taucher vorneweg reitend und das Wrack mit doppel 400 Watt Lampen ausleuchtend während der zweite Taucher in kurzem abstand folgte um mit der auf der Zeppnase montierten digitalen Video Kamera das ganze Wrack an dem getaucht wurde von Bug bis Heck zu filmen und zu dokumentieren. Ausführliche Versuchsfahrten wurden vor den Tieftauchgaengen durchgeführt um die Antriebssysteme die bis auf eine tiefe von 180 Meter ausgelegt waren zu testen. Die Mischung aller Atemgase wurde auf dem Mutterschiff nach der Partialdruckmethode durchgeführt. Batterien von Sauerstoffflaschen befanden sich auf einer seite des Tauchdecks, Batterien von Heliumflaschen auf der anderen seite des Decks, weitere Gasflaschen waren im Bug des Schiffes untergebracht. Eine Haskel Gasboosterpumpe wurde eingesetzt um das Helium voll zu nutzen, eine 50 Liter Flasche Helium kostet rund 500 DM in diesen teilen der Welt und mußte Monate vorher von Australien eingeschifft werden. Nach einigen Tagen stellte sich eine Routine ein, wer füllt Sauerstoff, wer bedient die Haskelpumpe und wer bedient den Kompressor. Mischen und füllen zogen sich oft bis spät in die Nacht hinein. Elektronische Druckmesser und Meßinstrumente in Zusammenhang mit einer Mischkonsole erlaubten es uns die verschiedenen Gase relativ genau zu bemessen und zu mischen. Eine große Schreibtafel wurde eingesetzt um alle Atemgase für den nächsten Tauchtag zu loggen und um sicherzustellen das alle Flaschen mit den richtigen Atemgasen und benötigten drücken gefüllt waren.


    * der folgende Abschnitt ist ein ausriß aus meinem Tagebuch und gibt
    einen kleinen einblick in die tägliche Tauch und an Bord Routine.


    Phase eins


    Dienstag 21.4.1998
    Zum ersten Tauchgang des Tages verlassen wir unsere Mooring sehr früh am morgen, es ist noch dunkel als die Motoren der M.V. Solomon Sea anspringen und wir Kurs setzen in richtung Nggala Inseln wo wir die U.S.S. Aaron Ward betauchen werden. Die U.S.S. Aaron Ward, ein 105 Meter langer Zerstörer wurde von Japanischen Flugzeugen am 7. April 1943 angegriffen. Die erste welle von drei Sturzbombern griff das Schiff direkt vor der Insel Guadalcanal an, die Flugabwehr eröffnete das Feuer in einer entfernung von 1500 -2000 metern, konnte jedoch nicht direkte Treffer auf den Zerstörer verhindern. Eine zweite welle erzielte keine direkten Treffer jedoch Fast-Treffer direkt neben der Schiffswand. 20 Männer verloren ihr leben, 7 waren vermißt und 59 verwundet in diesem Angriff. Trotz des Versuches das Schiff zu retten indem es an den Strand gezogen werden sollte sank die U.S.S. Aaron Ward in einer tiefe von 60-72 metern wo sie aufrecht steht, nicht weit vom Ufer entfernt.


    Das ausbringen der Dekostation geht sehr leicht und flüssig von statten, es dauert rund 15 Minuten bis sie einsatzbereit ist. Die Mooringleine ist an der Zieleinheit oben auf dem Brueckenturm angebracht, dem flachsten teil des Wracks in einer tiefe von 50 metern, mit jeder menge Platz um die Stageflaschen abzulegen. Mit rund 30 metern herrscht gute Sicht und fast keine Strömung am Wrack selbst. Überraschend wie schmal der Rumpf des Schiffes ist, einige der Flakgeschütze sind nach oben gerichtet als müsse das Schiff sich gegen die schwärme von Jackfischen und Barakudas verteidigen die im dunkelblauen Wasser um die Brücke kreisen. Das Heck des Schiffes ( die Knickstelle ist ca. 10 -15 Meter vom Heck entfernt ) ist Hochgebogen in einem Winkel von fast 80 Grad, eine der Propellerwellen ist auch mit Hochgebogen, der große Propeller noch am Schaft befestigt, während die zweite Welle samt Propeller im Sand liegt. Der Bug ist auch Hochgebogen ( die Knickstelle ist ca. 15 Meter vom Bug entfernt ) aber nur in einem 45 Grad Winkel. Anzeichen für den harten Aufprall als das Schiff auf dem Meeresboden aufgeschlagen ist. Das riesige Signallicht mit einem Durchmesser von über einem Meter, gelegen im Mittelteil des Schiffes ist noch voll intakt jedoch mit Schwämmen und Weichkorallen überwachsen. Während des eindringens in den Geschützturm # 4 in der nähe des Hecks sehen wir jede menge 5 Inch Granaten, zum teil noch in Kisten verpackt und in den Regalen liegend. Direkt hinter der Brücke befindet sich der Toredokatapult, die Torpedos stecken noch in den 5 Abschussrohren. Von zwei Torpedos sind die Sprengköpfe abgebrochen ( Inhalt : 200 kg TNT), ein Sprengkopf liegt direkt unter einem der Torpedos, der andere war nicht zu finden. Das ganze Schiff ist voller Beulen und Risse, augenscheinlicher beweis für die folgen des Angriffs. Auf der Steuerbordseite in der nähe der Brücke und unterhalb der ehemaligen Wasserlinie befindet sich ein riesiges, fast 10 Meter im Durchmesser großes Loch in der Bordwand. Zeuge des Torpedos der hier getroffen hat und explodiert ist, und zum sinken des Schiffes beigetragen hat.


    Auf dem Hauptdeck sind die Eintrittsloecher der Bomben zu sehen. Das Wrack ist in sehr gutem zustand mit wenig Korallenbewuchs. Nach einer grundzeit von 30 Minuten ist eine längere Dekompression angesagt. Zurück an Bord des Mutterschiffes kommt ein köstlicher Geruch aus der Kombüse gezogen, der gefährlichste teil dieser reise ist das Essen in Zusammenhang mit dem Gewicht was ich hier zulege von dem vielen und guten essen. Der zweite Tauchgang ist direkt vor der Insel Tulagi wo sich die Japanische Flugbootbasis befunden hat. In einem Luftangriff im April 1942 wurden hier in dieser geschützten bucht 6 Fliegende Boote vom Kawanashi Typ versenkt. Die Flugzeuge waren 4 Motorige Langstrecken Aufklaerungswasserflugzeuge die benutzt wurden um die amerikanischen Flottenbewegungen zu beobachten. Das Flugzeugwrack an dem wir tauchen liegt in 45 Meter tiefe in trübem Wasser, die Sicht beträgt rund 8 - 10 Meter. Die hintere Hälfte des Rumpfes ist abgetrennt und nicht zu sehen, die Tragflächen sind vom Rumpf abgerissen. Eine der Tragflächen liegt kopfüber im Sand und der Schwimmer zeigt richtung Oberfläche. Die 4 Motoren liegen tief im Sand, die Propellerblaetter sind nicht verbogen, das Kokpit ist verlassen und leer. Einschussloecher im Rumpf zeugen von dem Angriff der diesen Flieger zum Grund des Meeres geschickt hat.


    Freitag 24.04.1998
    Am morgen tauchen wir den Tanker und Flottenversorger U.S.S. Kanawha. Das Wrack sitzt aufrecht in einer tiefe von 60 metern auf dem Sand und 51 Meter bis zum Deck. In einer der größten Luftangriffe im Pazifik haben 177 Japanische Flugzeuge am 7 April 1943 Alliierte Installationen und Schiffe in der Guadalcanal Gegend angegriffen. An diesem 7 April wurden der Zerstörer U.S.S. Aaron Ward, Die Neuseeland Korvette / U-Boot Jäger Moa und der Tanker U.S.S. Kanawha angegriffen und versenkt. Die U.S.S. Kanawha ist 145 Meter lang mit 15000 BRT. Und wurde von mehreren Bomben getroffen, sie sank außerhalb vom Hafen von Tulagi.


    Die Sicht beträgt um die 15 Meter ohne jegliche Strömung. Auf diesem Tauchgang benutzen wir die Aquazepps, Kevin fährt hinter mir, die Videokamera auf der Nase seines Zepps befestigt während ich licht mache mit den doppel 400 Watt Lampen. In nur wenigen Minuten haben wir die ganze Länge des Wracks dokumentiert, am Heck befinden sich zwei große 5 Inch Kanonen. Oben auf der Kabine befindet sich eine Flugabwehrkanone wo Munition und zwei Helme im Sediment herumliegen. Auf der Backbord seite, in der nähe des Maschinenraums ist ein riesiges Loch in der Bordwand, Zeichen der Schrottsamler die hier nach dem Krieg einige Wracks heimgesucht haben. Die Maschinenraum Oberlichter sind weit offen, spätere Pentrationstauchgaenge an diesem Wrack werden sich leicht angehen lassen da alle Klappen und Luken offen sind, weder Fischernetzte noch Anglerleinen sind zu sehen. Die Brücke ist relativ zerstört und sieht aus wie ein Haus in dem alle inneren Stockwerke eingestürzt sind. In der Bug-Backbord Ladeluke, zwei Decks unter dem Hauptdeck sind berge von seilen, dicke seile und dünne seile auf riesigen Rollen. Überall seile, die sich auflösen sobald sie angefaßt werden, zersetzt vom Salzwasser. Auf dem Hauptdeck, in der nähe des Bugs ist ein Ersatzanker an der Reling befestigt. Grundzeit ist 27 Minuten, totale Laufzeit ist 90 Minuten an diesem Tauchgang und Deko ohne Vorkommnisse.


    Für den zweiten Tauchgang an der U.S.S. Kanawha schnappe ich mir eine der Videokameras an Bord um in einige der Ladeluken einzudringen und deren Inhalt zu dokumentieren. Kevin, Paul und Tim sind mit dem Zodiak und dem Magnometer unterwegs um eine Erhebung am Meeresgrund, gesehen auf dem Echolot, zu untersuchen. Wie sich später herausstellt ist es leider nur ein Riff. Ich stecke meinen Kopf in einige Luken, dokumentiere das Seil Deck. Ich finde auch die Luke in der Tim an diesen morgen Gasmasken, Feuerwehrmasken und geplatzte Gasflaschen entdeckt hat. Im braunen Sediment liegen Stapel von Stahlhelmen herum. Währen eines späteren Tauchganges finden wir einen Sack mit Baseballschlaegern im Gleichen Abteil, im Nebenabteil einen ungeöffneten Safe. Die nächste Ladeluke führt mich in eine riesige mehrstöckige Halle, Ich nehme an das dies einer der Öltanks ist. Auf dem Hauptdeck finde ich etwas später ein Eintrittsloch von einer Bombe, nicht größer als eine Melone.
    Das Wrack ist so groß und so voll beladen mit allen möglichen Versorgungsguetern das es mehr als eine Woche dauern würde es voll zu untersuchen. Die Wracks der Solomon Inseln werden nicht regelmäßig von Tauchern besucht, noch seltener die tiefer gelegenen von Tauchern die Technical Diving Techniken einsetzen. Gesetze verbieten die mitnahme von Artefakten und schwere Strafen bis hin zu Gefängnis sind fällig wenn Taucher mit ihren Händen in der Keksdose erwischt werden. Das erklärt warum die Wracks so unberührt sind.


    Phase zwei


    Mittwoch 29.4.1998
    Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren am frühen morgen, kurz nach Sonnenaufgang sticht unser Mutterschiff in See um die U.S.S. Atlanta zu betauchen. Gesunken am einem Freitag den 13. Im Jahr 1942, nach einem heftigen Seegefecht zwischen Japanischen und Amerikanischen Flottenverbaenden vor Guadalcanal. Die U.S.S. Atlanta, ein leichter Kreuzer war das erste Schiff das das Feuer eröffnete in diesem Nachtgefecht und im Gegenzug schwere Treffer in die Brücke und Geschütztürme erhielt. Kurz danach wurde sie von einem Torpedo in den vorderen Maschinenraum getroffen. Das Schiff war schwer am brennen nach den Treffern und mußte evakuiert werden, später wurde es von den Amerikanern selbst versenkt. Das lichterloh brennende Schiff wollte nicht sinken und mußte von einem Amerikanischen Torpedoboot endgültig versenkt werden und ruht nun in 135 Meter tiefe zwischen Henderson Airfield und Honiara, im später so benannten Iron Bottom Sound. Während dieses Gefechts verloren 1/3 der 625 Mann Besatzung ihr leben.


    Mein Bottom-Gas führe ich in einem Tri-Packet auf dem Rücken mit, zusätzlich führe ich eine Stageflasche mit Luft und eine mit EAN 40 mit mir. Ich bereite mich auf der Taucherplatform auf den Tauchgang vor, die Sicherheitstaucher helfen uns die Extraflaschen zu befestigen, neben mir sitzt mein Tauchpartner Kevin Denlay. Im Wasser werden uns die Aquazepps gereicht, kurz danach tauchen wir langsam entlang der Leine ab die Terrence und Kevin heute morgen gesetzt haben.


    Die Strömung ist recht stark, die Ausrüstung ist schwer mit all den zusätzlichen Gegenständen. Wir wechseln von Preßluft auf Trimix in einer tiefe von 60 metern, etwas unter 90 metern tiefe wird die Strömung richtig stark während die Sicht auf 6-8 Meter abfällt. Die gesetzte Leine ist am Heck des Wracks gelandet, direkt vor der Gegend die stark von den Sprengladungen des Selbsversenkens vor 56 Jahren beschädigt wurde. Das Wrack liegt auf der Backbordseite und ist fast komplett übergerollt. Unsere Scooter gegen die starke Strömung reitend sehen wir hinter uns den letzten ( # 6 ) Geschützturm, vorbei an einem Flugabwehrgeschuetz bewegen wir uns gegen die Strömung richtung Heck. Die doppel 400 Watt Lampen geben soviel Licht das ich fast blind bin durch die Reflexionen der aufgewirbelten Schwebeteilchen. Ich komme mir vor wie in einem Schneesturm, mein Sichtfeld reicht soweit wie das Licht der Lampen.
    Orientierung, Navigation, Lebenserhaltungssystem checks und Zeppreiten in diesem 118 Meter tiefen, in schlechter Sicht und in extrem starker Strömung machen diesen Tauchgang nicht einen der einfachsten den ich jemals in meinem Leben gemacht habe.


    Montag 04.05.1998
    Wir verlassen die Mooring in Honiara um 7:30 morgens um den Gezeitenstillstand für den heutigen Tauchgang zu erwischen. Während wir die Boje der gesetzten Leine gegen 8 Uhr erreichen können wir sehen das die Boje an der Oberfläche ist und das die Strömung abnimmt. Nach der Teambesprechung und zum Zeitpunkt der abschließenden Vorbereitungen ist es 8:30 morgens. Wir tauchen ab durch blaues Wasser ohne jegliche spürbare Strömung, keine Wellen an der Oberfläche und ein stahlblauer Himmel versprechen einen erfolgreichen Tauchgang unter guten Bedingungen. Auf 127 Meter tiefe beträgt die Sicht um die 25 - 30 Meter, keine Strömung am Wrack und gutes Umgebungslicht. Während ich etwas weiter vom Wrack entfernt schwimme kann ich ein gutes drittel des Schiffes sehen, Ein Schatten im ewigen Halbdunkel, eingefroren in der Zeit. Terrence und ich schwimmen in richtung Bug, unsere gesetzte Leine befindet sich heute direkt hinter der Brücke. Wir verbringen etwas zeit am schwer beschädigten # 3 Geschützturm, direkt vor der Brücke, um ihn zu untersuchen und zu filmen. In der nähe der Brücke finden wir auch die Mahntafel die Kevin und Terrence letztes Jahr hier niedergelegt haben. Die Gegend um die Brücke herum ist schwer beschädigt, korrodiert und im begriff zu zerfallen. Unsere maximaltiefe von 127 metern verhindert eine genauere Untersuchung der Brücke und der Zieleinheit die in einer tiefe von 132 metern im Sand liegen. In der Rückseite der Brücke sehen wir ein Loch von einem ausgetretenen, aber nicht explodierten Geschoß. Terrence sucht nach der Schiffsglocke am Brueckenmast, hat aber leider wenig erfolg. Auf Deckebene, direkt hinter der Brücke dringen wir etwas in das Wrack ein. Umgefallene Stühle und Tische, ein umgefallener Schreibtisch und debries liegen im zentimeterdicken Sediment.
    Etwas weiter richtung Heck finden wir Kuechenutensilien wo sich die Offiziers und Crew messe befunden hat, Stühle liegen zwischen Regalen herum, Rollregale voll mit Tabletts, geschlossene Schränke,
    Ein Schreibtisch mit geschlossenen Türen und was aussieht wie ein Kühlschrank und ein Ofen.
    Nach 21 Minuten Grundzeit, alles auf Digitalvideo gebannt, geben wir das Signal um den Auftauchvorgang einzuleiten und eine längere Dekompressionszeit durchzuführen. Über uns können wir Kevin sehen der mit einem Aquazepp am Wrack war um eine Bug bis Heck Videodokumentation durchzuführen. Unsere Sicherheitstaucher waren sehr hilfreich indem sie uns Trinkwasser brachten um den rehydrierungsprozess so früh wie möglich in gang zu setzten und Honig aus kleinen Quetschflaschen um etwas Energie aufzunehmen. Totale Laufzeit für diesen Tauchgang 269 Minuten.



    Liste der erforschten und dokumentierten Wracks


    U.S.S. John penn Angriffsfrachter
    I.J.N. Azumasan Maru Frachter
    U.S.S. Aaron Ward Zerstörer
    I.J.N. Kawanashi Wasserflugzeug
    N.Z.N. Moa Korvette ( U-Boot Jäger )
    U.S.S. Kanawha Flottentanker
    I.J.N. Susako Maru Frachter
    U.S.S. Atlanta leichter Kreuzer
    I.J.N I-1 U-Boot

    * I.J.N. - Imperiale Japanische Marine
    N.Z.N - Neu Seelaendische Marine
    U.S.S. - U.S. Amerikanische Marine



    gruss
    mattmexico

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