verändertes Fischwachstum

  • Der aktuelle Klimawandel ist in aller Munde und ich ertappe mich dabei, dass ich da meistens schon nimmer zuhöre. Aber eine Studie hat mich dann doch brennend interessiert: der Einfluss des Klimawandels auf das Wachstum der Fische!
    Australische Wissenschaftler berichten, dass die Fische in den oberen Wasserschichten (wo sich das Wasser erwärmt) bis zu 30 Prozent schneller wachsen, als man das noch vor 50 Jahren beobachtet hat. Gleichzeitig habe sich das Wachstum der Fische in tieferen Regionen (wo sich das Wasser abgekühlt hat) verlangsamt.


    Das Forschungsteam um Ronald Thresher (von der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization) hat insgesamt 8 im Südpazifik vorkommende Fischarten untersucht und anhand der Wachstumsringe, welche sich an den Ohrkochen befinden, die Wachstumsgeschwindigkeit und das Alter der Fische bestimmt (analog zu den Jahresringen bei Bäumen). Das Alter der zwischen 1987 und 1996 gefangenen Fische betrug 2 bis 128 Jahre. Die Wissenschaftler verglichen nun von jedem Tier die Wachstumsgeschwindigkeit in den Jugendjahren und konnten hierbei erhebliche Veränderung innerhalb der letzten 100 Jahre feststellen.


    Zum Beispiel der Großaugen-Morwong (er lebt zwischen 40 und 400 Metern Wassertiefe) wächst seit den 50er Jahren um 0,73 % pro Jahr schneller. Im Gegenzug dazu wächst der Allocyttus verrucosus (er lebt bis zu 1800 Metern Wassertiefe) um 0,3 % pro Jahr langsamer. Das klingt erstmal nicht viel, aber wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um langlebige Fische handelt, macht so ein Prozent ne Menge aus!


    Diese Zahlen würden sich, soweit bekannt, mit den beobachteten Temperaturveränderungen im Südwestpazifiks decken, wonach die Oberflächentemperaturen steigen, während in den tieferen Regionen ein Abkühlungstrend festgestellt wurde.


    Die Äußerung der Wissenschaftler „Es sei denkbar, dass einige Arten auf Grund ihres schnelleren Wachstums die Belastung durch den Fischfang besser abfedern könnten.“ halte ich persönlich für etwas übertrieben, aber spannend finde ich diese Entwicklung allemal…



    Quelle: PNAS und n-tv

  • Interessante Daten, die aber einen Aspekt außer Acht lassen:
    Schnelleres Größenwachstum bedeutet nicht zwingend damit verbundene frühere Geschlechtsreife.


    Es gibt aus den 70er Jahren u. a. dazu eine Untersuchung der Blaufelchen im Bodensee. Die wuchsen dank Eutrophierung schneller, waren mit 2 Jahren irgendwann so groß wie früher Dreijährige. Geschlechtsreif sind sie aber erst mit 3 Jahren, egal wie groß. Also blieben immer mehr noch nicht geschlechtsreife Fische in den für mindestens 3-jährige Tiere ausgelegten Netzmaschen hängen, was wiederum sehr negativ für den Nachwuchs war.


    Gruß Jo