Gerätetauchen verhärtet Blutgefäße

  • Es ist bekannt, das bei Berufsttauchern und taucherischen Intensivtätern die FEV 50-75 erniedrigt sein können.
    Klartext, je mehr man ausgeatmet hat, umso unwilliger entlässt die Lunge die restliche Luft. Weil sie unelastischer geworden ist. Ein Grund wären unelastischere Arteriolen. Ein Grund für deren Unelastizität wäre u.A. oxidativer Stress, aber vermutlich auch das Atmen trockener Luft.


    Ob andere, bzw. welche Gefäße betroffen sind, sagt der Artikel nix.
    Wenn es sich allgemein auf die Arterien bezieht, könnte man versucht sien, zu postulieren, Taucher könnten öfter an Gefäßerkrankungen erkranken, müsste dann aber forschen, ob es beim Kresieltauchen ähnlich ist. Und ja, Name der Studie, Verfasser, Datum usw? Sommerloch?

  • OK. Die beiden Unis haben in Sachen Tachmedizin einen guten Ruf.
    Der Schlüssel zum Verständnis liegt im Wort "transient" im ersten Satz unter Background. "vorübergehend"!


    Es ist in der Tat bekannt und Gegenstand weiterer Studien, dass die Antwort des Körpers auf oxidativen Stress auch eine Gefäßreaktion ist, und dass diese und auch andere Reaktionen, z.B. die Schädigung von DNA _und_ dadurch die Hervorrufung von Reparaturmechanismen, deren Wirkung die vorherige Schädigung _mehr_ als aufhebt, das Gesamtbild im zeitlichen Ablauf prägen sollten.
    Dieses Gesamtbild wird hier durch die alleinige Mitteilung eines potentiellen Schadensmechanismus etwas verzerrt.


    "streng genommen" ;-) ist dieser Reparaturmechanismus nichts anderes als das, was das Forschergenie Prof. Manfred von Ardenne mit seiner oft belächelten und kontrovers diskutierten (im Zeitalten von Evidenzbasierter Medizin ;-), da gelten begündete Expertenmeinungen halt nix..) Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie beabsichtigte und erreichte.

  • Quote

    Original von MatV... Ein Grund wären unelastischere Arteriolen ...

    Nein Mat. Das hängt mit der Bronchialmuskulatur, mit dem Druck auf die Bronchiolen und vor allem mit der Verkleinerung des Lungenvolumens zusammen. Aerodynamik, Flussänderung bei Änderung des Röhrendurchmessers. Laß und das mal heute persönlich beim Tauchen erörtern, sonst wird das wieder eine unendliche Geschichte.


    Quote

    Original von MatV... Sommerloch?

    Definitiv.


    Quote

    Original von constantin_w
    Schaut Euch mal das originalpaper dazu an: ...

    Na, das hört sich doch schon ganz anders an. Was der Apotheken-Umschau-Meister da draus gemacht hat, hat ja kaum mehr etwas mit dem Ursprungsartikel zu tun. Aus einer sauberen Arbeit wurden hier beliebige Schlüsse gezogen, die so nicht drin stehen.

  • Quote

    Original von MatV... Hoffentlich sind an der Volumenreduktion nicht andere Volumenänderungen schuld.

    Da hast du einen wichtigen Punkt angesprochen. Z.B. kann natürlich ein Gefäßstau vor dem linken Herzen zu einer deutlichen Volumenänderung führen, welche die Aerodynamik in der Lunge erheblich verändern kann. Aber das hat nichts mit der Gefäßstarre des Apothekenmeisters zu tun.

  • UI ! Also das praktisch die Blutgefäße der Lunge ein mehr oder weniger steifes Korsett bilden, durch die linksseitige Abflussbehinderung, quasi ein Rücksatu in die Lunge, neben der u.U. einhergehenden Gefäßwandverdickung?
    Oder dass die Aortenbögen, Windkessel, etc. anschwellen und sozusagen Bronchiolen abwürgen?


    Hieße das, krass pauschalisiert, hoher Blutdruck > schlechte FEV 50-75 Werte?
    Wenn ja, reversibel?

  • Alles kann man mit Nein beantworten. Mat, bevor wir jetzt gründlich in den Sumpf geraten, laß uns die Kreislauf-Physiologie auf heute abend vertagen. Dafür dürfen wir uns gut und gerne ein Stündchen für das Grundgerüst nehmen. Das kann man hier einfach nicht abhandeln.


    Mir geht es nur darum, daß die Aussage der Apotheken-Umschau nicht ausreichend durch die besagte Studie begründet ist.