• Als ich neumich mal in Hemmoor auf 55m rumdümpelte überkam mich ein unwiderstehlicher Drang zum Pinkeln. Ist ja pinkelventilseidank kein Problem. Und während ich so glücklich vor mich hinstrullere habe ich mir folgende Frage gestellt: Der Umgebungsdruck bei 55m im Süßwasser liegt so um und bei 6,5 bar. Ich denke mal soweit besteht Einigkeit. Wenn ich also erfolgreich das Peevalve benutzen kann, sollte der Innendruck mindestens mal ein kliein bißchen über dem Umgebungsdruck liegen. Fragt sich nur, wie meine Blase 6,5 bar erzeugen kann. Würde ja heißen, dass ich an der Oberfläche locker mal in meine Autoreifen pinklen kann. Voirweg gesagt: Ich hab's nicht ausprobiert, weil ich glaube dass das a) wehtut und b) eine Riesensauerei gibt.


    Fragt sich nur, warum das dennoch geht. Der erste Gedanke, dass es an der Kompensation liegt, wurde schnell verworfen. Schließlich gelingt erfahrungsgeäß das Pinkel auch im Halbtrocken ohne Ventil, wenngleich ich das in Hemmoor auf 55m noch nicht probiert habe (*zitter).


    Ich kann mir nur vorstellen, dass der Umgebungsdruck über die Bauchdecke an der Körüerinnere übertragen wird und dann die Blase unter Umgebungsdruck setzt. Den Rest macht dann die Muskelkraft. Kann das wer bestätigen bzw. durch eine Alternativhypothese ersetzen?

    --------------------------------------------
    Die Notwendigkeit zu entscheiden reicht manchmal weiter, als die Fähigkeit zu erkennen.
    Immanuel Kant

  • Das ist mein Spruch! :)


    Hilft aber nicht wirklich weiter

    --------------------------------------------
    Die Notwendigkeit zu entscheiden reicht manchmal weiter, als die Fähigkeit zu erkennen.
    Immanuel Kant

  • So schlau bin ich auch, allerdings sind gasgefüllte Hohlräume komprimierbar und somit ist klar, dass die Lunge Umgebungsdruck hat. Wie aber ist das mit flüssigkeitsgefüllten Räumen? Wird der Umgebungsdruck über die Körperoberfläche in das Körperinnere weiter gegeben? Und wenn ja, dann müsste das ja auch die Blutgefäße betreffen. Wenn dann der Blutdruck auf 6,5 bar steigt, muss das Herz aber ganz schön arbeiten.


    So ganz verstehe ich das immer noch nicht

    --------------------------------------------
    Die Notwendigkeit zu entscheiden reicht manchmal weiter, als die Fähigkeit zu erkennen.
    Immanuel Kant

  • Richtig, zumindest nicht im Bereich der üblichen Drücke, jenseits der 10.000 bar schon, aber das ist nicht meine bevorzugte Tauchumgebung.


    An der Stelle ginge es auch nicht um die Komprimierbarkeit, sondern die Fähigkeit, den Druck weiter zu geben, also von der Haut über die Muskeln auf die inneren Organe. Flrage ist nur, stimmt das?


    Obwohl nie ausprobiert, gehe ich fest davon aus, dass ich U/W auch kacken kann. Mein Darm erzeugt sicher normal keine 6,5 bar, auch wenn sich manch ein Furz anders anhört :rofl:
    Irgendwie muss der Druck doch in die Organe kommen :boxing:

    --------------------------------------------
    Die Notwendigkeit zu entscheiden reicht manchmal weiter, als die Fähigkeit zu erkennen.
    Immanuel Kant

  • Quote

    Original von Nightrider
    Irgendwie muss der Druck doch in die Organe kommen :boxing:


    Druck des Atemgases entspricht dem Umgebungdruck. Tut aber hier eigentlich nix zur Sache. Da nur Gase komprimiert werden geben die flüssigkeitslastigen Organe den Druck 1 zu 1 weiter. Dein Urin hat also Umgebungsdruck. Das "Ausdrücken" wird nur durch Schwerkraft und vor allem die Muskulatur bewerkstelligt, wie Du vermutest.


    Wenn Dir das irgendwie suspekt ist kannst Du ja mal ein Manometer rantüteln ...


    Olaf


    PS: Pass' mit dem Autoreifen auf! Nicht das er Dich aufbläst. :)

  • OK, einverstanden, passt soweit zu meinen Überlegungen.


    Und das Blut in den Adern hat dann auch Umgebungsdruck? Dann müsste das Herz gegen 6,5 bar in der Diastole anpumpen. Gliaube ich nicht, dass es das schafft. Und da das Herz in einem gasgefüllten Hohlraum liegt, kann darauf dann auch der Umgebungsdruck nicht direkt einwirken.


    Die Idee mit dem Manometer hat was, ich muss mir noch noch einen Adapter ausdenken :zwille:

    --------------------------------------------
    Die Notwendigkeit zu entscheiden reicht manchmal weiter, als die Fähigkeit zu erkennen.
    Immanuel Kant

  • Fragen bildet ja bekanntlich, jedenfalls ist durch Fragen noch keiner dümmer geworden.


    Aber mit Verlaub: wer solche Fragen stellt offenbart elementarste Ausbildungsmängel und hat -zumindest für ernsthaftere Tauchgänge- im Wasser nichts zu suchen. :Haare: :Haare:

  • Moin,


    ok. Nur mal so für die Akten und weil heute Sonntag ist, die Sonne scheint und ich einen schönen Tauchgang hatte. :P


    Quote

    Original von Nightrider
    Und das Blut in den Adern hat dann auch Umgebungsdruck? Dann müsste das Herz gegen 6,5 bar in der Diastole anpumpen.


    Da es sich sowohl Herz als auch Blutgefäße im gleichen Körper befinden,
    wirkt auf beide der gleiche Umgebungsdruck und herrscht der gleiche Druck. (*)
    An der Oberfläche arbeitet das Herz ja auch nicht gegen den 1 Bar Umgebungsdruck an, oder?


    Quote

    Und da das Herz in einem gasgefüllten Hohlraum liegt, kann darauf dann auch der Umgebungsdruck nicht direkt einwirken.


    Das ist falsch und sollte eigentlich aus dem ersten Tauchkurs noch bekannt sein.
    In der Lunge herrscht ebenfalls Umgebungsdruck, wie sollte man sonst Unterwasser atmen können?
    Stichwort Änderung Mitteldruck bei Lungenautomaten, maximale Schnorchellänge usw...


    (*) Sowohl der Druck in der Lunge, als auch im Herz und den Blutgefäßen ist nicht statisch, sondern schwankt natürlich auf Grund der Arbeitsweise dieser Organe. Auch ändert sich die durch Schwerelosigkeit unter Wasser und die Überdruckumgebung im Körper gegenüber Überwasser einiges.
    Aber für die ursprüngliche Frage ist es nebensächlich.


    Grüße Christian

    115% meines Wissen kommt aus meiner Einbildung.
    Und den Rest sauge ich mir aus den Fingern.