MS Wotan, Kattegat

  • MS Wotan
    Position: 56:05,89N 11:06,79E
    Tiefe: max. 33 Meter
    Länge: 45 Meter
    Breite: knapp 8 Meter
    Größe: 357 brt


    Der deutsche Schlepper wurde 1925 von der Gemaniawerft in Kiel gebaut und wurde 1932 in den Dienst der deutschen Kriegsmarine gestellt. Im Rahmen der sogenannten Seelandsperre war er als Minenleger im Einsatz und soll am 13. Mai 1945 selber auf eine Mine aufgelaufen und gesunken sein.


    Das Wrack liegt aufrecht auf Grund in einer Tiefe von 33 Metern. Der Rumpf ist noch recht gut erhalten, von den vorderen Aufbauten ist der obere Teil bereits weggebrochen.


    Auf der Webseite des dänischen Wracktauchers Allen Jensen gibt es weitere Beschreibungen (auf dänisch), sowie ein Foto der Wotan.


  • Moin,


    dieses Wrack ist für jeden Wracktaucher sicherlich ein Highlight, da es trotz seines Alters und der exponierten Lage (es ist auf jeden Fall mit Strömung zu rechnen) sehr gut erhalten ist.
    In dekofreundlicher Tiefe gelegen, fällt sofort die schleppertypische Linie mit dem flachen hinteren Arbeitsdeck und dem hochgezogenen Bug auf. Sinnigerweise taucht man zunächst in der größeren Tiefe das Heck ab, sehr schön die Schrauben und das Ruder, zum Teil mit Netzen behangen. Auf dem Schlepperdeck ist besonders der große Kranz des Schlepphakens auffällig, auch die Abweisebügel stehen noch. Achtern vom nach Stb umgefallenen Schornstein kann der geneigte Taucher in den Kesselraum tauchen, allerdings sind die Innenräume insgesamt stark eingesandet.
    Die unteren Aufbauten stehen noch komplett, von der Brücke ist nur noch die bugseitige Wand vorhanden, vor den Aufbauten noch die starke Ankerwinsch, alles in allem ein sehr schönes Panorama. Am recht hoch aufragenden Bug sind noch die Anker zu sehen, ann den sich auch ganz pittoresk Netze verfangen haben, die herrlich in der Strömung schaukeln, ein Titanic-hafter Anblick... Der Tauchgang ist anhand der Skizze in Mariiie´s Posting eventuell recht gut nachzuvollziehen.


    Demjenigen, der sich für Schlepperaus dieser Zeit interessiert und evtl.etwas mehr vom Wrack verstehen will, sei ein besuch im deutschen Schiffahrtsmuseum (www.dsm.de) in Bremerhaven empfohlen, besonders dort der Bergungsschlepper "Seefalke" aus der gleichen Zeit, nur etwas größer (ca. 1/3 :wirr:)


    Ein schönes Wrack, der Rumpf sehjr gut erhalten, der interessierte Wracktaucher fragt sich nur, wo den die Beschädigung durch die Mine ist, die ja bei einem derart kleinen Fahrzeug (357 tdw*) doch schon recht massiv auffallen sollte.


    Liebe Grüße,
    Derk


    PS: an eine BRT-Angabe glaube ich bei einem Schlepper eher nicht 8)

    "You'd better not kick a tiger in the ass unless you have a plan for dealing with his teeth" (Brian Caruso)

    Edited once, last by Derk ().

  • Quote

    Original von Derk
    Demjenigen, der sich für Schlepperaus dieser Zeit interessiert und evtl.etwas mehr vom Wrack verstehen will, sei ein besuch im deutschen Schiffahrtsmuseum (www.dsm.de) in Bremerhaven empfohlen, besonders dort der Bergungsschlepper "Seefalke" aus der gleichen Zeit, nur etwas größer (ca. 1/3 :wirr:)


    Ohhh, ich erkenne Potential für die Neuauflage eines Kultourtages. =)
    Hemmoor - Bremerhaven ist ja nicht so wirklich weit weg.


    Vielleicht krieg' ich meine Zeichnungen dann nächstes Mal besser hin
    (ja, von der Wotan gibt's auch eine Zeichnung von mir - aber die ist nicht wirklich hilfreich :rofl: ).

  • Mahlzeit !


    Also , hier mal mein Bericht zur Wotan .
    Ich hatte bereits im Mai 1989 das Vergnügen an einer kleinen aber feinen Wracktour teilzunehmen . Mit meinen knapp 60 tauchgängen war das schon etwas besonderes . Wir fuhren damals von Grena aus los . Der umgebaute Kutter fuhr unter dem Namen DAN ALF . Der Käptn war der Steen . Das erste Wrack das wir bei doch recht starken Wind anliefen war die Wotan . Nachdem der zweite Mann der Besatzung den Kutter an dem Wrack festgemacht hatte , konnten wir ins Wasser . Nach einem relativ ruhigen Abstieg kamen wir dann unten an . Dort war eine leichte Strömung und recht gute Sicht . Damals waren die Aufbauten noch sehr gut erhalten . Soweit ich mich erinnern kann fehlten lediglich die Bullaugen . Die Brücke war noch ziemlich komplett . Was sehr schön anzusehen war : das ganze Schiff war über und über mit Seerosen und Seenelken , die zum teil sehr groß waren , bewachsen . Die Ursache des Untergangs konnte man am Heck unterhalb des Schanzkleides finden . Dort war bzw ist ein großes Loch im Rumpf . Laut Aussage unseres Käptns soll ein Minentreffer nach einem Missglückten Rudermanövers aufgrund eines Fliegerangriffs die Ursache gewesen sein . Nachdem ich mich jetzt am Wochenende mit einem Wracktauchexperten ( nicht war Derk :D )unterhalten habe ,
    sind wir zu dem entschluß gekommen das der Schaden dafür zu klein ist . Also , hin und prüfen !!!

  • Moin,


    Quote

    Original von 2x3Stern-Michel
    ...aufgrund eines Fliegerangriffs die Ursache gewesen sein .


    Quote

    Original von Mariiie
    ... am 13. Mai 1945 selber auf eine Mine aufgelaufen und gesunken sein


    Ich mag mich ja irren, aber herrschte am 13. Mai 1945 in Europa nicht bereits Waffenstillstand?


    Die Wotan hat nicht Minen gelegt, sondern war nach dem Krieg beim Räumen der Seelandsperre eingesetzt und ist hierbei gesunken. Bei einem direkten Minentreffer dürfte von einem 360 tdw Fahrzeug nicht allzuviel übrig geblieben sein, aber alle bislang gefundenen Quellen stimmen hier überein: auf deutsche Mine gelaufen.(Wie wäre es mit 'nem Ansprengversuch am Seefalken, um das zu bestätigen? :evil: )


    Dan Alf? DAS waren noch Zeiten, da gab es ja auch noch die MS Erik in Mommark. Lang, lamg ist es her.

  • Quote

    Original von Mike
    Moin,


    ...
    Bei einem direkten Minentreffer dürfte von einem 360 tdw Fahrzeug nicht allzuviel übrig geblieben sein, aber alle bislang gefundenen Quellen stimmen hier überein: auf deutsche Mine gelaufen.(Wie wäre es mit 'nem Ansprengversuch am Seefalken, um das zu bestätigen? :evil: )


    Guuute Idee Mike,
    bin dabei, gerne auch in tragender (anschwimmender) Rolle :engelNX:


    Grüße,
    Derk

    "You'd better not kick a tiger in the ass unless you have a plan for dealing with his teeth" (Brian Caruso)

  • Hey !


    Na das ist ja toll . Mein zweiter Beitrag und voll ins Leben gegriffen . Das mit dem 13ten Mai hatte ich überlesen :O . Die Sache mit dem Fliegerangriff ist eben das was uns Steen damals erzählte und es ist so in der Birne hängengeblieben . Ich denke es wird dann so passiert sein wie Mike es beschrieb . Trotzdem würde ich gerne wieder hinfahren und mal sehen wie es jetzt so aussieht .


    Der Michel