Yucatan's Höhlen - eine Liebeserklärung

  • Höhlen unter der Erde. Eine Faszination, die sich nicht jedermann erschliesst. Manche fürchten die Dunkelheit, andere eine potentielle Enge und wieder andere die Stille und Abwesenheit jeglicher natürlicher Geräusche und Gerüche, die wir als oberirdische Landlebewesen so gewöhnt sind. Aber auch unter denjenigen, die neugierig auf all dies sind, sind meistens nur wenige, die sich den Traum einer Erkundung erfüllen können. Erst recht, wenn es an Höhlen geht, die mit Wasser gefüllt sind. Höhlen zu betauchen ist eine ganz besondere Herausforderung. Wer sich ihr stellt, tut dies meistens mit hoher Intensität und beständig wachsender Begeisterung.


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    Sicheres Höhlentauchen braucht allerdings Ausbildung, Übung und Erfahrung, um sich immer weiter hinter die nächste Biegung wagen zu können. Auf diesem Weg hat es mich mit meinen beiden Buddies Torsten und Stephan in eine – jedenfalls für mich - neue Ecke der Welt verschlagen. Nach den ersten Schritten zur Höhlentaucherin in den Höhlen Frankreichs, stellte ich später in Florida fest, dass mir das Tauchen nur entlang der Hauptleine nicht reicht. Zu spannend erschienen mir die weiteren Leinen, die ich in den Seitentunneln erspähen konnte. So bin ich nun endlich dort angekommen, wovon mir schon viel vorgeschwärmt wurde: Höhlentaucher’s Paradies - Mexico.


    Die Halbinsel Yucatan wird gerne als Schweizer Käse bezeichnet. Durchlöchert und durchbohrt ist die Landmasse, die vor ca. 65 Millionen Jahren Zeuge einer Katastrophe wurde. Ein riesiger Meteorit schlug in den heutigen Golf von Mexico ein und wird für das Ende der Ära der Dinosaurier verantwortlich gemacht. Yucatan selber tauchte Millionen Jahre nach diesem Ereignis aus dem Meer wieder auf und der Prozess begann, in dessen Verlauf sich im Gestein der ehemaligen Korallenriffe die Unmengen an Löchern, Gängen und Höhlen bildeten, die die Halbinsel heute durchziehen. Cavediver’s Paradise, ich erwähnte es bereits.


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    Obwohl bereits mehrere tausend Kilometer kartographiert sind, entzieht sich der größere Teil der unterirdischen Systeme weiterhin der Kenntnis der Forscher. So könnte ein Wahnsinniger vermutlich mehrere Leben damit verbringen, die Wege und Bahnen der Höhlensysteme Yucatans wenigstens einmal abzutauchen. Ein Wahnsinniger... hm... ich muss gestehen, so ein Wahn würde mir gut gefallen – vorausgesetzt es gibt einen Satz Kiemen dazu - denn schon alleine was wir in der viel zu kurzen Zeit in Mexico zu sehen bekommen haben, hat mich elegant aus den Socken gehauen.


    Gewöhnt an französische Höhlentunnel und Gänge in Bergwerken war ich kaum vorbereitet auf das, was sich mir jenseits der Cenoten, den oberirdischen Eingängen zu den Höhlen, bot. Feines weißes Gestein bis hin zu dunkel überzogenen Wänden, Stalagtiten und Stalagmiten in allen Formen, Größen und Dimensionen, Tunnel von ganz klein bis riesigst groß, kaum beschreibbare Lichtspiele und –reflektionen an immer mal wieder auftauchenden kleineren Löchern zur Oberfläche, Wälder aus Baumwurzeln feinverästelt das Süßwasser aufsaugend und immer wieder die Faszination des Übergangs zwischen dem Süßwasser der Oberfläche und dem Salzwasser des nahen Meeres – die Halocline. Was für gigantische optische Eindrücke! Nicht nur bei einem Tauchgang hatte mein Hirn irgendwann die Schnauze oder besser den Hauptspeicher voll, so dass es nicht mehr wußte wohin mit den Bildern.


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    (c) Danny Riordan


    Ursprung unserer Reise über den Atlantik – lernen, wie ausgiebiges Höhlentauchen mit erweitertem Equipment abseits der Hauptleine sicher gestaltet wird. Und so haben wir uns in der ersten Woche unseres Mexicourlaubs in die Hände von Chris Le Maillot begeben, der bereits seit vielen Jahren seine Passion Höhlentauchen (als Wahnsinnigen will ich ihn nicht bezeichnen – aber nur, weil ihm die Kiemen fehlen ;) ) als Ausbilder für GUE weiter vermittelt. Und das tut er mit Erfolg. Für den fortgeschrittenen Kurs "GUE Cave Diver 2" hat er in Mexico das perfekte Terrain - nicht nur sozusagen sondern tatsächlich - direkt vor seiner Haustür. Moderate Tiefen und warmes Wasser (25 Grad im Süß- und 28 Grad im Salzwasser) bieten die Möglichkeit für ausgedehnte Tauchgänge mit Bottomgasstage und Dekoflasche. Lange Tauchgänge, bei denen wir beim Tauchen in die Höhle viel Zeit zum Orientieren und zum Staunen haben und die Chris auf dem Weg aus der Höhle viel Zeit lassen, um uns mit den möglichen Weh’s und Wenn’s von Problemen vertraut zu machen. Denn das ist das Ziel der Übung: komplexe Navigation bei erweiterten Höhlentauchgängen unter Berücksichtgung möglicher Fehlerszenarien. Echter Stress kommt dabei nie auf. Im Dreierteam bereits gut eingespielt, kommt es zwar unter Wasser immer mal wieder zu (für Zuschauer) lustigen Diskussionen über mögliche Lösungswege, so richtig aufhalten tut uns das aber nicht. Am Ende der Tauchgänge berät Chris uns über die möglichen und eventuell effektiveren Wege aus dem von ihm initiierten Chaos, ohne dabei echte Sorgenfalten zu entwickeln. Und so kann er uns am Ende unserer ersten Woche in Mexico auch guten Gewissens mit der Lizenz zum fortgeschrittenen Höhlentauchen abseits der Standardrouten entlassen.


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    Höhlentauchen in Yucatan hat viele Facetten: vom geguideten Caverntauchgang entlang der Tageslichtzone bis hin zu equipmentbeladenen Penetrationen über mehrere Jumps und T's hinweg. Für jede Anforderung der anreisenden "Höhlentauchsüchtigen" findet sich eine Idee. Man kann nach Infos fragen oder sich für einen Guide entscheiden. Wir haben abseits des Kurses die Frageversion gewählt und uns auf uns selber verlassen. Nicht immer mit dem angestrebten Erfolg (resp. Ziel). Als Mexicoeinsteiger war es für uns letztlich egal, ob wir genau den vorab beschriebenen Weg durch die Systeme fanden oder unsere eigene Route kreiierten. Hier gibt es überall etwas zu entdecken und zu bestaunen. Kein Tauchgang gleicht dem Nächsten und die „Wow“-Erlebnisse wollen einfach kein Ende finden.


    Wen wundert es da, dass es mich jetzt, kurze Zeit nach diesem Erlebnis, schon wieder massiv dorthin zurueck zieht. Eine großartige Zeit, eine tolle Erfahrung und noch soooo viel zu sehen. Jungs, wann geht's wieder los??? =)



    [SIZE=7]Na, gefunden?[/SIZE] 8)

  • Hallo Mariiie,
    cooler Bericht mit genialen Bildern. Da bekommt man so ein Warmes Gefühl in der Brust, irgendwann schaffe ich es auch noch, mit dem Tauchen in der Höhle anzufangen. Das Problem ist nur, das für das alles was ich möchte oft zu Wenig Zeit da ist. Aber ich mache einen Schritt nach dem anderen, mit kleinen Schritten. Denn wenn die zu groß sind, fällt man Unweigerlich auf die Schnauze.

    Und nicht Vergessen:Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

  • Hallo Maren


    Seeeehr schöner Bericht. Genau das Richtige, um die Woche zu beginnen.
    Fragt sich nur, wie ich mich auf die Arbeit konzentrieren soll, wenn jetzt wieder die ganzen Eindrücke aus Mexiko präsent sind. :-D


    Gruß in den Norden
    Totti


    Und ja: Gefunden! =)

  • Moin Frau Nachbarin,


    jau jau, bei mir hats ja schon 2004 gefixt!


    Tja, datt sind Löcher da, woll! Die sind der "Waaaahhhhnnnssssiiiinnnn!"


    Gruß rüber nach Elmshooorn!


    Kuddel.


    (Eigentlich könnte ich ja mal den Bericht von damals von der DS-Seite hier hin stecken, watt sacht der Moderator?)

  • Hallo Maren,


    danke für den klasse Bericht!


    Ach ja, Mexiko ....


    Ich würde am liebsten sofort hinfliegen, aber für dieses Jahr ist der
    Urlaub schon verplant :(


    Viele Grüße,
    Petra

  • Ja und am ende des Urlaubes ist immer noch so viel Sehnsucht nach Tauchgebieten vorhanden.

    Und nicht Vergessen:Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

  • Hallo Maren,


    danke für den tollen Bericht.
    Das fehlt noch in meiner Taucherlaufbahn. Mal sehen wann ich das Thema Höhle richtig angehe. Solche Berichte sind auf jeden Fall eine gute Werbung und schlecht für mein Geldbeutel :-D .


    Viele Grüße Rocco!

    ------FOERDESCHLOSSER-----


    „Das Meer ist alles. Es bedeckt sieben Zehntel der Erde. Sein Atem ist rein und gesund. Es ist eine immense Wüste, wo ein Mann nie alleine ist, in dem er fühlen kann, wie das Leben aller in ihm bebt. Das Meer ist nur ein Behälter für alle die ungeheuren, übernatürlichen Dinge, die darin existieren; es ist nicht nur Bewegung und Liebe; es ist die lebende Unendlichkeit.“ Jule Verne

  • Hallo Maren,


    schön Dich Sonntag kurz getroffen zu haben, leider wusste ich da noch nix von diesem 8| Bericht :-D


    Die Bilder machen einfach nur Lust auf mehr :-D. Vielleicht finden wir beim :engelNX:-Treffen ja Gelegenheit zu schwätzen. Wenn Du von den Löchern erzählst klebe ich an Deinen Lippen :loool: natürlich nur bildlich gesprochen... ;)


    Gruß
    Bea

    *** taste the feeling with Bea ***


    :engelNX: (... immer ein bisschen Licht dabei haben :kerze: )
    DWDD


    "Das Meer ist der letzte freie Ort auf dieser Welt"
    (Ernest Hemingway)

  • Quote

    Original von Kuddel
    (Eigentlich könnte ich ja mal den Bericht von damals von der DS-Seite hier hin stecken, watt sacht der Moderator?)


    Kuddel: ja, wenns Dein eigener Bericht ist und Du der Dive-Station keine exklusiv-Rechte dafür verkauft hast :D
    Aber dann halt nich hier in den Thread, sondern einfach nen neuen Thread aufmachen.

  • Moin Moin Maren!!


    Dein Bersicht ist mal wieder bestens!! :kniefall:


    Deine Fehrnweh kann ich verstehen, denn ich war ja auch schon mal dort und kann das nur bestätigen! :love:


    Gruß vom Fussel...der sich gerade am Bodensee vergnügt!! :hello: