Narkoseeigenschaften von Sauerstoff

  • @all:
    Gibt es eigentlich Erkenntnisse über eine minimierte Sauerstoffdiffusion in Richtung Kapillaren durch hyperbaren ppO2 und einer Sauerstoffmangelversorgung bis hin zur Unterversorgung?


    Würde das Problem von Chris´Buddy erklären. Denke dabei wie Eki und Anke, dass ein Gasbreak mit dem geringsten noch atembaren Sauerstoffanteil bessere Ergebnisse erzielen würde.


    A. =)

  • so wie ich gehöhrt habe muß bei längeren hyperbaren Sauerstoffbehandlungen, also bei sich wiederholenden Behandlungen, der ppO² ständig gesteigert werden um den Heilungsefekt aufrecht zu erhalten Dies ist natürlich auch nur über einen begrenzenten Zeitraum möglich weil dadurch das Lungengewebe extrem geschädigt wird.


    Grüssle
    Eki

  • genau was Eki geschrieben hat wurde uns bei einer "Sauerstofffahrt" in der Druckkammer erzählt.
    Dadurch ist die Behandlung nur eine zeitlang möglich. Die Lunge ist unwiderbringbar geschädigt und die Behandlung muss abgebrochen werden.
    Die Lunge hat nur eine begrenzte Lebensdauer, ca. 140/150 Jahre, dann ist sie "verbraucht" und somit kann ein Mensch auch nicht älter werden.
    Taucher die mit hohen pO2 dekomprimieren, sollten mögliche Schädigungen nicht auf die leichte Schulter nehmen und beim Break wirklich auf das Gas mit geringsten pO2 (noch atembar) wechseln.
    Denn auch durchs tauchen verursachte Schäden sind nicht zu reparieren.


    Grüssle Anke

  • Fakt ist, dass es bei erhöhtem, anhaltenden ppO2 zu einer Absenkung der Gasdiffusion an den Membranen kommt. Dies geschieht u.a. durch Einlagerungen von O2 in Transferproteinen innerhalb der Membran.


    Durch das Atmen von geringsauerstoffhaltigen Gasen werden diese Zustände minimiert und eine Diffusion von Gasen wieder erleichtert.


    (Hatten wir bereits in diesem Thread weiter oben...)


    Frage bleibt - ob die Diffusion so entschieden minimiert wird, das es zu Sauerstoffmangelerscheinungen (z.B. Schwindel) kommen kann??


    A. =)

  • Hatte Chris nicht etwas davon geschrieben, dass die Symptome bereits nach 8 -10 Minuten auf O2 auftreten? Unter der Annahme, dass vorher keine stundenlange Deko auf Nitrox50 stattgefunden hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass durch die paar Minuten schon dieser Effekt durch Schädigung des Lungengewebes auftritt.

  • @ Mariiie,
    mich hat es eigentlich auch gewundert das es schon bei so kurzen O² Zeiten zu Problemen kommen kann?
    Wollte eigentlich nur wissen warum dann nicht gleich auf das O² niedrigste Gas gewechselt wird.
    So ein Clean up Brake hat schon was :-)


    Gruß
    Eki

  • [ferndiagnostik topic on]


    Bei bereits vorgeschädigtem Alveolen/-gewebe durch Partikel/Gase (Rauch, Staub, lösemittelhaltigen Betriebsmitteln u.a) kann auch eine kleinere Exposition durch hohen ppO2 zur schnelleren Schädigung samt Folgen führen.


    Dies sollte jedoch durch die TauchTauglichkeitsUntersuchung abgeklärt worden sein.


    [ferndiagnostik topic off]



    A. =)

  • Hallo Leute,


    ich hol den Trööt mal wieder hervor:


    Gibt es mittlerweile neue Erkenntnisse, fundierte wissentschaftliche Forschungen, Ergebnisse und neue Veröffentlichungen?


    Ich meine nicht die allgemeinen Lehrmeinungen der "technischen Taucherausbildungsgesellschaften" sondern echte wissentschafliche Ergebnisse!


    Wo kann man/frau was aktuelles oder noch gültiges nachlesen?


    Gruß, Kuddel.

  • Hallo Kuddel,


    ich kann nur von meinen unbewussten Selbstversuchen berichten.


    Beim schnellen abtauchen mit einem ECCR stelle ich den pp02 auf 0,7 und erst
    unten auf Zieltiefe, oftmals 100m+ erst auf 1,3. Dabei brauche ich meistens eine halbe Minute um mich zu fangen, während der Sauerstoff eingeschossen wird bevor ich den Tauchgang fortsetzen kann. Ich bin mir nicht sicher ob man diesen Zustand als narktotisch bezeichnen kann, aber auf jeden Fall ist er nicht immer angenehm und man merkt ein leichtes Kribbeln im Kopf. Es normalisiert sich relativ schnell.


    Gruß, Roman

  • … lach … das ist jetzt aber nicht dein Ernst!?


    Das wäre dann wohl eher im Bereich der Hypoxie (vereinfacht "Sauerstoffmangel"),
    nachdem du dein pO2 erst mal Groundest, soll er durch den Umgebungsdruck sich wieder ausgleichen.
    Aber leider haben wir keinen Schalter zum Umstellen und daher macht die Hämodynamik den Rest… kribbel kribbel.


    Sorry hoffe aber du meintest das nicht ernst.


    greetz

  • Quote

    Original von Florian
    … lach … das ist jetzt aber nicht dein Ernst!?


    Das wäre dann wohl eher im Bereich der Hypoxie (vereinfacht "Sauerstoffmangel"),
    nachdem du dein pO2 erst mal Groundest, soll er durch den Umgebungsdruck sich wieder ausgleichen.
    Aber leider haben wir keinen Schalter zum Umstellen und daher macht die Hämodynamik den Rest… kribbel kribbel.


    Sorry hoffe aber du meintest das nicht ernst.


    Wie kommt es den bereits bei einem pPO2 von 0,7 zu einer Hypoxie?
    Meines bescheidenen Wissens nach fängt das mit der Hypoxie ab einem pPO2 von 0,16 und drunter an.
    Ein pPO2 von 0,21 entspricht dem Sauerstoffgehalt an der Oberfläche und mir wurde bisher noch nicht schwindelig, weil 21% nicht ausreichten. 0,7 entspräche etwa EAN70 ... oder hat sich daran in letzter zeit was geändert? ;)

    Fördeschlosser


    Ich bin, wie ich bin. Die Einen kennen mich, die Anderen können mich.
    (Konrad Adenauer)

  • Ups… diese Geisterzahlen… geistiger Totalausfall, ein ganz grosses ENTSCHULDIGUNG!
    Habe hier irgendwie noch Zahlen gesehen die es nicht gibt,
    also bitte streichen und zurück zur Tagesordnung.


    greetz

  • Moin moin,


    Zitat von Roman :
    "Beim schnellen abtauchen mit einem ECCR stelle ich den pp02 auf 0,7 und erst
    unten auf Zieltiefe, oftmals 100m+ erst auf 1,3."
    und
    "man merkt ein leichtes Kribbeln im Kopf."


    Oha, eventuell schon mal über ein schnelles aufsättigen von CO2 nachgedacht? Gerade in Tiefen von/ab 100m ist die CO2-Aufsättigung bzw der Filterungsvorgang im Scrubber so eine Sache. Es gab viele Unfälle in den Tiefen, zurückzuführen auf einen hohen CO2 Pegel. Folgendes: Schnelles Abtauchen, leere Atembeutel, Gerät kommt nicht schnell genug mit Diluentventil hinterher, Sauerstoffmagnetventil schaltet nicht schnell genug und in ausreichenden Mengen, Zirkulation des Gases dauert weil wird weiterhin beim Abstieg komprimiert. Schnelles atmen erhöht dabei die Produktion von CO2. Nun, eventuell handelt es sich beim "Kopfkribbeln" schon um gaaanz leichte CO2 Vergiftungserscheinungen?


    Da es sich ja um wenig PPO" handelt, also bei 0,7, könnte die Narkose des Sauerstoff noch nicht ganz so ausgeprägt sein. Vermutung!


    Nun, wer hat noch was?


    Gruß, Kuddel.